Presseartikel zum Geburtstag von Monika Kulczinski 10.09.25
Mit zupackender Herzlichkeit viel bewegt
Über das Alter redet Monika Kulczinski nicht. „Ich habe noch viel vor“, sagt sie. 75 Jahre wird die Präsidentin des Richard-Wagner-Verbandes jetzt. „Fast 50 Jahre durfte ich einiges bewegen und habe mein Ehrenamt nie bereut“, äußert sich Kulczinski, die vor ihrer jetzigen Position schon in vielen Bereichen Gutes getan hat, dankbar.
In der Öffentlichkeit steht Monika Kulczinki bereits über 50 Jahre. In der Kampagne 1971/72 regierte sie als Stadtprinzessin der Rheinauer Sandhase, hielt auch danach noch Jahrzehnte der Fasnacht die Treue.
Bereits als Kind großer Theaterliebhaber und insbesondere „Traviata“-Fan führt Kulczinski seit 2014 – nach zwei Jahren als Stellvertreterin – den Wagner-Verband. Mit rund 600 Mitgliedern ist er einer der größten Wagner-Verbände der Welt, einst maßgeblicher Mitfinanzier des Festspielhauses in Bayreuth. Das bedeutet eine enorme Verpflichtung. Ebenso das Erbe, das Kulczinski angetreten hatte, folgt sie doch auf Ilse Hannibal, die 45 Jahre lang Vorsitzende war. Aber was ihr kaum jemand zutraute – Kulczinski schaffte es sehr schnell, aus dem Schatten ihrer legendären Vorgängerin Ilse Hannibal herauszutreten. Sie schärfte das Profil des Verbandes so, dass er nicht nur glühende Verehrer des berühmten Komponisten versammelt, sondern dass er etwas für die Kunst, für das Nationaltheater bewegt.
Und sie hat viel bewegt. Jeweils mit künstlerisch sehr hochkarätig besetzten, gut besuchten Benefizkonzerten erwirtschaftete der Verband Geld, um das kaputte Bühnenbild der „Fledermaus“ und das der historischen „Parsifal“-Inszenierung zu retten, ein neues Bühnenbild für den „Fliegenden Holländer“ und jetzt aktuell für den „Lohengrin“, der im Oktober Premiere hat, zu finanzieren. Zudem ist der Verband maßgeblicher Förderer des Künstlernachwuchses im Internationalen Opernstudio.
Hinzu kommen zahlreiche Benefizkonzerte für soziale Aufgaben. Immer wieder hat sich Monika Kulczinski auch in den Dienst der „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“ gestellt. Denn anderen Menschen zu helfen, das liegt ihr im Blut. Von tiefem Glauben geprägt, brachte sie sich lange in ihrer Rheinauer Kirchengemeinde ein, war im Pfarrgemeinderat. Ob für das Maria-Scherer-Haus, für Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien, den Kindergarten oder Tsunami-Opfer – Monika Kulczinski verstand es stets, große Benefizevents auf die Beine zu stellen.
Dabei kam ihr immer zugute, dass sie das Auftreten einer eleganten Dame, von Freunden liebevoll „Madame“ genannt, mit der Rolle einer kraftvoll zupackenden Helferin verbindet, die selbst handwerklich tätig wird oder von Briefkasten zu Briefkasten läuft, um Werbezettel zu verteilen. Sie kann energisch-couragiert und zugleich voll mütterlich-tröstender Fürsorge sein. Einfühlsame Herzlichkeit bewies sie auch im Beruf. Sie absolvierte die höhere Handelsschule, lernte dann Arzthelferin. Nach 25 Jahren in einer kardiologischen Praxis wechselte sie ins Vorzimmer von Chefarzt Markus Haass im Theresienkrankenhaus, der sie mit Recht anerkennend einen „wahren Engel“ nannte. Und die Stadt würdigte ihren Einsatz mit dem vom Oberbürgermeister verliehenen Silberabschlag des Rheindukatens.
Peter W. Ragge (Mannheimer Morgen 10.09.2025)