Get Adobe Flash player

Presseartikel zum Konzert am 14.02.2026

Valentinstags-Konzert in Mannheim: Hohelied auf die romantische Liebe

Die tiefe Liebe zwischen Clara und Robert Schumann erfuhr aus Sicht Claras durch Johannes Brahms eine Erweiterung, die die Verhältnisse zwar nicht auf den Kopf stellte, als Steigerung der emotionalen Komplexität in dieser Triade aber bewältigt werden musste. Die Sprache der Romantik lieferte hierfür die adäquaten Formen, wie sie in den Liedern und Briefen der drei Komponisten zum Ausdruck kommen. Bei einem „Konzert zum Valentinstag“ des Richard Wagner-Verbandes Mannheim-Kurpfalz in Kooperation mit dem Nationaltheater fanden die in Kunst gewandelten Liebesverhältnisse eine überzeugende, geradezu liebevolle Würdigung.

Von Monika Kulczinski begrüßt, trugen aktuelle und ehemalige Angehörige des Nationaltheaters im Foyer des Opernhauses am Luisenpark Lieder Clara Schumanns sowie die Zyklen „Spanische Liebeslieder“ von Robert Schumann und die „Liebeslieder-Walzer“ op. 52 von Johannes Brahms vor. Yaara Attias (Sopran), Rommie Rochell (Mezzo), Ilja Aksionov (Tenor) und Zacharias Galaviz-Guerra (Bariton) fanden sich zur Klavierbegleitung von Naomi Schmidt und Cordelia Huberti mit inniger Zuwendung in die Bilderwelt jener hochromantischen Gefühlslagen ein, die eine für heutige Verhältnisse kaum mehr nachvollziehbare Sensibilität gegenüber den leisesten Regungen des Herzens bezeugen.

Dank des eindringlichen Vortrags der vier Gesangssolisten, die auch in Duetten wie im Quartett zu hören waren, konnte sich das Erleben der romantischen Liebe in eine verklärte Darstellung hüllen, die aber nicht im mindesten kitschig wirkte. Dazu trugen nicht zuletzt einige Brahms-Lieder bei, in denen auch Ironie, Satire und eine gewisse Rustikalität ihren Platz hatten. Die Rezitationen einiger Briefe bezeugten zudem einen festen Glauben an das Hohe, Schöne und Schicksalhafte jener seelischen Vorgänge, die uns in dieser Lehrstunde der Empfindsamkeit wie eine sehnsüchtige Erinnerung anwandelten.

 

Uwe Rauschelbach (Mannheimer Morgen / 16.02.2026)

Nächste Veranstaltung